Totgesagte leben länger – oder in diesem Fall: Sie schlafen einfach nur verdammt tief! Nach sage und schreibe 15 Jahren treuer Dienstzeit als dauerhaftes Werkstatt-Projekt wird es Zeit, mein Golf 1 Cabrio endlich wieder dahin zurückzuholen, wo es hingehört: auf den Asphalt.

Wer die Golfgarage verfolgt, weiß, dass ich kein großer Freund von Standard-Setups von der Stange bin. Und bei diesem Einser haben wir damals ein Aggregat implantiert, das heute reinstes, historisches Tuning-Kulturgut ist.

Hier ist ein tieferer Einblick in den aktuellen Stand, das brutale Setup und den finalen Fahrplan für den kommenden Sommer.

Das Setup: Klassisches Sauger-Tuning vom Feinsten

Unter der Haube des ’87er Cabrios schlummert ein echter Traum der späten 80er- und 90er-Jahre-Tuning-Szene. Hier wurde nicht einfach nur restauriert, hier wurde richtiges Oldschool-Tuning betrieben:

  • Das Herzstück: Ein 1,8l 16V (Motorkennbuchstabe: PL).
  • Die Beatmung: 45er Weber-Doppelvergaser, kombiniert mit geschlossenen Airboxen von dbilas.
  • Der Feinschliff: Schärfere Schrick-Nockenwellen und eine kennfeldgesteuerte dbilas-Zündung für den optimalen Zündfunken.
  • Der Sound: Fächerkrümmer gepaart mit einer satten Bastuck Gruppe A Edelstahlanlage (63,5 mm).
  • Die Sicherheit: Wer schnell fährt, muss schneller stehen. Deshalb gab es einen Umbau auf 4x Scheibenbremsen (Scirocco 16V Technik inklusive 22mm Hauptbremszylinder und den entsprechenden Bremskraftreglern).
  • Das Cockpit: Um die Öltemperatur des 16V immer im Blick zu haben, weicht das originale Instrumentarium. Stattdessen übernimmt das digitale MFA-Cockpit aus dem Golf 2 GTI die Überwachung der inneren Werte.

Der Papierkram: Das gehört einfach dazu

Bevor es zur eigentlichen Abnahme geht, muss nach so einer langen Projektphase natürlich auch der dazugehörige Papierkram sortiert werden. Wer schon mal ein Auto über einen so langen Zeitraum als Projekt in der Werkstatt hatte und tiefgreifende Umbauten durchgeführt hat, weiß, dass eine saubere Dokumentation die halbe Miete ist. Die Vorbereitungen dafür laufen aktuell parallel zur Hallenzeit, damit beim späteren TÜV-Termin alle Stempel an der richtigen Stelle landen und alles absolut reibungslos in trockene Tücher gebracht wird.

Der Fahrplan zum H-Kennzeichen

Da das Cabrio die Erstzulassung 1987 hat und ab Werk komplett ohne Katalysator ausgeliefert wurde, haben wir für den klassischen Umbau beste Karten. Die späteren Updates – erst die Nachrüstung auf U-Kat, gefolgt vom G-Kat-Umbau in den 2000ern – weichen nun wieder dem historischen Werkszustand. Das bedeutet für die Zukunft: Eine klassische Oldtimer-AU ohne Kat-Regelung!

Bevor es aber zur großen Vollabnahme und dem H-Kennzeichen geht, stehen noch ein paar Handgriffe in der Werkstatt an:

Die To-Do-Liste vor dem TÜV:

  • Klassischer Look: Damit das Gesamtbild absolut stimmig ist und dem historischen Charakter entspricht, verabschiede ich mich von den alten Klarglas-Leuchten. Die originalen OEM-Scheinwerfer und -Rückleuchten liegen schon bereit und runden den zeitgenössischen Look der 80er perfekt ab.
  • Die Reanimation: Nach der langen Standzeit wird der Sprit komplett getauscht, die Vergaser gereinigt und der Zahnriemen erneuert. Sicher ist sicher.
  • Die Heim-AU: Dank eigenem CO-Tester und den guten alten Colortune-Zündkerzen wird der Leerlauf in der Golfgarage vorab so sauber eingestellt, dass der Prüfer beim Abgastest nur noch abnicken muss.

Die Prüfer vor Ort haben auf jeden Fall Bock auf das Projekt. Sobald der Papierkram erledigt ist, wird der 16V-Weber-Klang nach 15 Jahren endlich wieder die Nachbarschaft wecken.

Ich halte euch hier in der Golfgarage über den weiteren Fortschritt auf dem Laufenden!